Domain umziehen, ohne dass Website und E-Mail ausfallen
Beim Anbieterwechsel geht selten die Website verloren — aber oft die E-Mail. Die Reihenfolge, die das verhindert.
Beim Anbieterwechsel sorgen sich alle um die Website. Ausfallen tut meistens etwas anderes: die E-Mail. Der Grund ist, dass Domain, Website und Postfach über dieselben Einträge gesteuert werden — und wer nur an die Website denkt, überschreibt die anderen mit.
Drei Dinge, die oft verwechselt werden
- Die Domain ist der Name. Sie gehört Ihnen und ist bei einem Anbieter registriert.
- Das Hosting ist der Ort, an dem die Website liegt. Das kann derselbe Anbieter sein — muss es aber nicht.
- Die E-Mail läuft über eigene Einträge, die zu ganz anderen Servern zeigen können, etwa zu Microsoft oder Google.
Beim Umzug ändert man in der Regel nur, wohin der Name zeigt. Alles andere bleibt — wenn man es mitnimmt.
Die wichtigste Regel: Vor jeder Änderung die bestehenden Einträge abfotografieren oder abschreiben. Besonders die für E-Mail. Was weg ist, ist weg.
Die Reihenfolge, die funktioniert
- Zugang klären. Wer kann sich beim aktuellen Anbieter anmelden? Diese Frage entscheidet über Tage oder Wochen.
- Bestand sichern. Alle Einträge notieren: wohin die Website zeigt, wohin die E-Mail zeigt, welche Bestätigungseinträge es gibt.
- Neue Seite fertig aufbauen — erreichbar unter einer Testadresse, solange die alte noch läuft.
- Wartezeit senken. Einen Tag vorher die Gültigkeitsdauer der Einträge herabsetzen, damit die Umstellung schnell greift statt über Stunden.
- Umstellen — und nur die Website-Einträge anfassen. Die E-Mail-Einträge bleiben unverändert.
- Prüfen. Website aufrufen, eine Test-Mail an sich selbst schicken, eine von außen schicken lassen.
Der Sonderfall: niemand kommt mehr an die Domain
Das kommt öfter vor, als man denkt — die Agentur von damals antwortet nicht mehr, oder die Domain läuft auf einen früheren Mitarbeiter. Der Reihe nach:
- Passwort zurücksetzen, falls die hinterlegte Mail noch erreichbar ist.
- Die Person direkt ansprechen. Am schnellsten geht es fast immer freundlich.
- Beim Anbieter den Inhaberwechsel beantragen — mit Nachweis, dass die Domain zum Betrieb gehört (Gewerbeanmeldung, Rechnungen).
- Als letzter Ausweg: eine neue Domain. Dann aber mit einem Plan, wie die alte Adresse noch eine Weile weiterleitet, wenn Sie Zugriff bekommen.
Was nach dem Umzug noch ansteht
- Alte Adressen weiterleiten, wenn sich die Struktur geändert hat.
- In der Google Search Console prüfen, ob alles erreichbar bleibt.
- Verlängerungsdatum notieren — eine vergessene Domain ist nach Ablauf schnell weg.
- Die Zugangsdaten an einem Ort ablegen, an den mehr als eine Person kommt.
Wenn Sie den Wechsel nicht selbst machen möchten oder gar nicht mehr an die Domain kommen: Genau dafür gibt es Website übernehmen.
