Shopify oder WooCommerce: Was passt zu Ihrem Shop?
Gemietet oder selbst betrieben — die Entscheidung bestimmt Ihre laufenden Kosten, Ihre Freiheit und wer bei Problemen zuständig ist.
Die Frage kommt in fast jedem Shop-Gespräch, meist mit der Erwartung, dass es eine richtige Antwort gibt. Gibt es nicht. Es gibt zwei unterschiedliche Modelle — gemietet oder selbst betrieben — und die Entscheidung hängt weniger an der Technik als an der Frage, wie viel Betrieb Sie selbst tragen wollen.
Offen gesagt: Wir sind Shopify Partner und bauen beides. Dieser Text ist trotzdem keine Empfehlung für eine Seite, sondern eine Sortierhilfe.
Shopify: gemietet
Sie zahlen monatlich und bekommen dafür ein fertiges System: Server, Updates, Sicherheit, Zahlungsabwicklung, Ausfallsicherheit. Darum müssen Sie sich nicht kümmern, Sie können es aber auch nicht ändern. Erweiterungen kommen aus einem Marktplatz und kosten meist ebenfalls monatlich — hier entstehen die Kosten, die anfangs niemand einplant.
Passt, wenn: Sie verkaufen möchten und nicht Betreiber einer Server-Infrastruktur werden wollen; Ihre Abläufe sind nah am Üblichen; es soll schnell laufen und zuverlässig bleiben.
Reibung gibt es, wenn: Ihre Preislogik, Ihre Versandregeln oder Ihre Warenwirtschaft sehr eigen sind. Dann stößt man an Grenzen des Systems, die sich nicht wegprogrammieren lassen.
WooCommerce: selbst betrieben
WooCommerce ist eine Erweiterung für WordPress und als Software kostenlos. Das ist der Satz, der in die Irre führt: Bezahlt wird trotzdem — für Hosting, für Erweiterungen, vor allem aber für Betrieb und Wartung. Updates, Sicherungen, Sicherheitslücken, Kompatibilität zwischen Erweiterungen: Das macht entweder jemand bei Ihnen oder Sie beauftragen es.
Passt, wenn: Sie besondere Abläufe abbilden müssen, viel Inhalt neben dem Shop haben oder volle Kontrolle über Daten und Erweiterungen wollen.
Reibung gibt es, wenn: niemand die Wartung übernimmt. Ein ungepflegter WooCommerce-Shop ist nach einem Jahr ein Sicherheitsproblem.
Die ehrliche Rechnung lautet nicht „monatliche Gebühr gegen kostenlos", sondern „monatliche Gebühr gegen monatliche Wartung". Wer das gegenrechnet, entscheidet nüchterner.
Fünf Fragen, die die Entscheidung tragen
- Wer kümmert sich nach dem Launch um Updates? Gibt es niemanden, spricht das für das gemietete Modell.
- Wie eigen sind Ihre Abläufe? Standard spricht für Shopify, Sonderfälle für WooCommerce.
- Was hängt an Ihrer Warenwirtschaft? Wenn Bestände aus einem anderen System kommen, entscheidet die Schnittstelle, nicht der Shop.
- Wie viele Artikel und Varianten? Große Sortimente brauchen von Anfang an eine Struktur, die zum System passt.
- Was passiert, wenn es wächst? Beide Wege skalieren — aber an unterschiedlichen Stellen wird es teuer.
Was in beiden Fällen gleich bleibt
Die Pflichten beim Verkauf an Verbraucher hängen nicht am System: Impressum, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung, Preisangaben inklusive Umsatzsteuer und Versandkosten, ein eindeutig beschrifteter Bestellknopf. Dazu gute Produktfotos und Texte, die die Fragen beantworten, die sonst per Mail kommen. Der Shop ist das Werkzeug, die Arbeit liegt daneben.
Wenn Sie mögen, sehen wir uns Ihren Fall an und sagen Ihnen, was wir empfehlen würden — auch wenn das gegen unsere Partnerschaft spricht. Mehr zum Vorgehen steht auf Online-Shop.
