Digitale Speisekarte per QR-Code: Was Gastronomen wissen müssen
Der Code auf dem Tisch ist schnell gedruckt. Entscheidend ist, was dahinter liegt — und welche Angaben rechtlich dazugehören.
Seit der Pandemie steht in vielen Betrieben ein kleiner Aufsteller mit QR-Code auf dem Tisch. Der Code selbst ist in fünf Minuten erzeugt. Ob die Sache funktioniert, entscheidet sich woanders: bei dem, was hinter dem Code liegt, und bei den Angaben, die dort stehen müssen.
Der häufigste Fehler: ein PDF hinter dem Code
Ein PDF ist für den Druck gemacht, nicht für ein Handy. Gäste müssen zoomen und schieben, auf älteren Geräten lädt es langsam, und Vorlesesoftware kommt damit oft nicht zurecht. Hinter den Code gehört eine normale Webseite: Sie passt sich der Bildschirmbreite an, lässt sich durchsuchen und ist in Sekunden geändert.
Faustregel: Wenn Ihre Gäste zoomen müssen, ist es die falsche Lösung.
Was rechtlich dazugehört
Eine digitale Karte ersetzt die gedruckte — und damit gelten dieselben Pflichten. Die wichtigsten:
- Allergene und Zusatzstoffe müssen erkennbar sein. Ein Verweis „bitte fragen Sie das Personal" allein reicht nicht.
- Endpreise inklusive Steuern, bei Getränken mit Mengenangabe.
- Anbieterangaben: Wer die Karte im Netz bereitstellt, braucht auch dort ein Impressum und eine Datenschutzerklärung.
Wir sind keine Rechtsberatung — im Zweifel klärt das die IHK oder ein Anwalt. Aber diese drei Punkte fallen bei fast jeder digitalen Karte auf, die wir uns ansehen.
Der Gast ohne Smartphone
Nicht jeder hat eines dabei, hat Empfang oder mag Kameras auf Karten richten. Halten Sie einige gedruckte Karten bereit — nicht als Notlösung, sondern als selbstverständliches Angebot. Eine rein digitale Karte schließt Gäste aus, und das merkt man an der Stimmung.
QR-Code oder NFC?
Der QR-Code funktioniert auf jedem Gerät mit Kamera und lässt sich drucken. NFC — das Antippen mit dem Handy — geht schneller und braucht keine Kamera-App, funktioniert aber nicht auf jedem Gerät gleich zuverlässig. In der Praxis ist die Kombination am besten: ein Aufsteller, der beides kann.
Worauf es im Alltag ankommt
- Änderbar ohne Agentur. Preise ändern sich, Gerichte wechseln. Wenn Sie für jede Änderung jemanden anrufen müssen, veraltet die Karte.
- Schnell. Die Karte wird an einem Tisch mit schlechtem Empfang geöffnet. Große Fotos sind dort der Feind.
- Eine feste Adresse. Drucken Sie den Code nicht auf eine Adresse, die Sie später ändern wollen — jeder gedruckte Aufsteller wäre wertlos.
- Sichtbar, wo es zählt. Am Tisch, an der Theke, im Schaufenster. Draußen ist der Code oft nützlicher als drinnen: Wer die Karte vorm Reingehen liest, kommt entschlossener rein.
Was das bei uns kostet
Wenn Ihre Karte schon auf Ihrer Website steht, brauchen Sie nur die Aufsteller oder Sticker: individuell. Soll die Karte neu entstehen, kalkulieren wir sie nach Umfang. Mehr dazu auf Digitale Speisekarte — und wenn Reservierung und Bestellungen dazukommen, sehen Sie sich das Gastro-Paket an.
